Weideflächen

Die Themen Weidemanagement, Weidepflege sowie Wurmbekämpfung, Aufwuchs und Hygiene sind ein großes Thema. Um den Wurmdruck so gering wie möglich zu halten, werden unsere Weiden regelmäßig abgeäppelt. Nach der Saison wird die Weide von einem ortsansässigen Bauern gemulcht, abgezogen und je nach Bedarf gepflegt und gedüngt sowie nachgesät. Geplant ist auch die Wechselbeweidung mit Wiederkäuern wie Ziegen und Schafe, die die Weide auf natürliche Weise pflegen und die eventuell noch verbliebenen Wurmeier aufnehmen. Da Würmer wirtsspezifisch sind, war schon in alten Zeiten (was der Bauer noch wusste) eine Wechselbeweidung gängig, um somit synthetische und chemische Mittel vermeiden zu können. Auch macht dies für den Pflanzenbestand einen erheblichen Unterschied, da jede Tierart andere Vorlieben hat und ein anderes Fressverhalten (Rupfen, Zupfen, Abbeißen, Tiefe des Abfressens) zeigt. Somit wird eine ganzheitliche Nutzung der Fläche garantiert.

Die Aussaat ist ein großes Thema. Ein Großteil der Weiden die heutzutage als Pferdeweiden genutzt werden, waren einmal Kuhweiden. Diese sind für Pferde gänzlich ungeeignet, da diese zumeist mit Hochleistungsgräsern bewachsen sind. Diese sind energiereich, fruktanreich und enthalten viel Eiweiß. Das macht für eine Milchkuh oder eine Kuh, die zur Fleischlieferung dient, Sinn, für Pferde als Steppentiere, die eigentlich naturgemäß ein karges Futterangebot benötigen, jedoch nicht. Wir haben uns daher bewusst für die Aussaat von sogenannten Pferdeweiden (kräuterreich, artenreich, fruktanarm mit ursprünglichen Gräserarten und Leguminosenpflanzen)  entschieden. Diese sind pferdegerecht und bieten eine artgerechte Ernährung. Auch beugen sie der Bildung einer Monokultur vor, welche erhebliche Nachteile mit sich bringen würde.

Die Weidezeiten sind zeitlich begrenzt und werden ja nach Witterung, Temperaturen, Aufwuchs und Jahreszeit gesteuert. Somit kann eine Überweidung (Vertritt und Verbiss) vermieden werden, sowie das zu frühe Anweiden mit noch jungem frischem energiereichem Gras. Überständiges Gras, welches gerade in oder kurz nach der Blüte ist, ist für Pferde am besten geeignet. Eine Weide benötigt außerdem Ruhe- und Regenerationszeiten. Eine Überweidung führt zur Zerstörung des vorhandenen Ökosystems und fördert somit das Wachstum ungeeigneter und sogar teils giftiger Pflanzen. Auch führt eine Überweidung sowie auch zu viel Nässe oder Trockenheit und Frost bei den Gräsern zu Stress. Gestresstes Gras schützt sich, indem es Fruktan aus der Wurzel in die Pflanze abgibt und dort speichert. Fruktan ist ein Kohlenhydrat/Mehrfachzucker, welcher fast ausschließlich aus Fruchtzucker besteht. Dieses sollte Pferden nur in geringen Mengen zugeführt werden. Bei gestresstem Gras kann es auch zu einer Symbiose mit Endophyten kommen. Diese bieten der Pflanze Fraßschutz, Parasitenschutz und Witterungssschutz durch die Steigerung ihrer Widerstandsfähigkeit. Es sind in der Pflanze lebende Pilze, die Mykotoxine bilden können, welche giftig für unsere Pferde sind. Hochleistungsgräser (Weidelgras, Rohrschwingel , Wiesenschwingel) sind oftmals stark besiedelt, aber auch andere Gräserarten können je nach Stresslevel betroffen sein. Daher gilt es dies zu vermeiden.

Vor der Weidesaison im Sommer werden die Weiden gemeinschaftlich nach Giftpflanzen abgegangen.

Weide ist kein Muss. Es besteht auch die Möglichkeit ganz ohne Weidegang (Hufrehe-Pferde oder Stoffwechselproblematische Pferde).

Böden & Untergründe

Wir legen großen Wert auf trockene und saubere Böden. Pferde sind durch Ihre Herkunft (Steppe) nicht an nasse sumpfige Böden angepasst. Dadurch, dass sie Fernwanderwild sind, leben und schlafen sie auch nicht dort, wo sie koten und urinieren. Daher hat die Natur keine Schutzvorkehrungen getroffen, um Hufe und Haarkleid sowie die Atemwege vor Fäulnisbakterien und Schadgasen wie Ammoniak zu schützen.

Wir legen ebenfalls großen Wert auf schlaue abwechslungsreiche Böden mit moderatem Abrieb, die den Hufen in ihrer Entwicklung und Nutzung gut tun. Besonderes Augenmerk liegt auf den Einsinkeböden. Etwas härter Böden zur Abwechslung haben wir ebenfalls verbaut.  So wird gleichzeitig die Propriozeption, Trittsicherheit und Geschicklichkeit geschult und das Gewebe (Sehnen, Bänder, Gelenke) optimal genutzt.

Wir haben ganzjährig, egal wie die Witterung ist, matsch- und schlammfreie Böden!!!

Auch bei Schnee und Frost sind alle Böden rutschfrei in allen Gangarten nutzbar!

Wir haben verbaut:

  • Verfüllte Paddockraster
  • Rasengittersteine
  • Hackschnitzel
  • Gesandeter Kunstrasen
  • Gummimatten
  • Sand
  • Rundkies
  • Lava

Als Abgrenzungen dienen Baumstämme die als Naturhindernisse überwunden werden können, was ebenfalls die Koordination und Geschicklichkeit der Tiere fördert.

Schlafen, Ruhen & Erholung

Pferde liegen in der Natur nicht in geschlossenen Räumen, sondern in der weiten Natur und unter freiem Himmel, am liebsten auf einer Anhöhe. Dort haben sie den besten Überblick und fühlen sich als Fluchttier sicher, da sie im Notfall schnell fliehen können. In der Steppe ist der Boden trocken und weich. Es gibt keine einschränkenden Hindernisse, an denen sie sich verletzen können. Pferde haben daher keinen von der Natur aus vorgesehenen Sicherheitsmechanismus, der sie vor dem Festliegen oder Verkeilen und Anschlagen schützt.

Wir haben unseren Offenstall dahingehend konzipiert, dass dieser nur auf den Witterungsseiten geschlossen ist. So ist eine gute Luftzirkulation gegeben, ohne dass Zugluft entsteht. Außerdem ist so das Liegen auf einer trockenen Fläche gewährleistet. Das Sichtfeld ist so wenig wie möglich eingeschränkt. Der Offenstall befindet sich am oberen Ende, am höchsten Punkt des Grundstückes.

Da Pferde gerne alles gemeinsam tun, muss ausreichend Platz vorhanden sein, dass alle Pferde auch gemeinsam liegen können.

Pferde können im Stehen dösen und ruhen. In den Tiefschlaf gelangen sie jedoch ausschließlich im Liegen in Seitenlage oder in Brustbauchlage mit aufgelegtem Kopf. Die Tiefschlafphase ist überlebenswichtig und von größter Bedeutung. Jedes Pferd, ob ranghoch oder –niedrig muss ausreichend zum Schlafen kommen.

Neben der überdachten Liegefläche bieten wir den Pferden zusätzlich einen Sandkasten und einen Kieskasten im Freien.

Auch die Hackschnitzel auf dem Vorplatz des Offenstalls laden zum hinlegen ein.

Integrations-/Notfallbox(en)

Um die Integration neuer Pferde und das erste Kennenlernen so sicher und stressfrei wie möglich gestalten zu können gibt es im Offenstall zwei integrierte Boxen a 3x5m. Diese bieten dem Neuankömmling und der bestehenden Herde zu jederzeit die Möglichkeit der risikofreien Kontaktaufnahme.

Die Boxen dienen auch im Notfall/Krankheitsfall zur Separierung (Verletzungen, Sehnenschaden, Hufgeschwür, Infektionskrankheiten, nach OP).

Wir haben uns bewusst für zwei nebeneinanderliegende offene Boxen entschieden, damit sollte ein Pferd einmal gezwungen sein einzeln gehalten zu werden, es nie alleine ist, sondern immer einen Nachbarn/Kollegen/Freund bei sich hat, wenn der Rest der Herde auf dem Trail unterwegs ist. Die Boxen sind beide individuell ein- und ausbaubar. Durch die offene Bauweise haben die Pferde immer die Möglichkeit für Sozialkontakt mit Ihren Herdenmitgliedern.

Die Boxen sind mit einer beheizten Selbsttränke ausgestattet.

Die Krankenbox ist so konzipiert das sie auch für den Fall der Fälle (Kolik/nüchtern sein) ohne Einstreu nutzbar ist (Pferdebett & Gummimatten).

Fütterung & Fressverhalten

In der Herde fressen Pferde gerne zusammen. Es muss dennoch auch gewährleistet sein, dass sich die Tiere jederzeit aus dem Weg gehen können. Es müssen genügend Fressplätze für alle Pferde vorhanden sein (Regel: Mehr Fressplätze als Pferde!). So werden Rangeleien zwischen ranghohen und rangniedrigen Tieren vermieden. Konflikte entstehen immer nur bei Ressourcenmangel (zu wenig Futter, Platz/Individualdistanz, Wasser, Schlafplätze, Unterstände etc.). Ansonsten leben Pferde immer friedvoll und harmonisch zusammen.

Magengeschwüre sind heutzutage leider keine Seltenheit. Die Hauptursachen hierfür sind: Zu lange Fresspausen und/oder Stress. Daher gilt es Leerstehzeiten und Dauerstress in jedem Fall zu vermeiden, und das egal ob Ranghoch oder Rangniedrig.

Pferde sind Dauerfutter“sucher“, nicht Dauerfutter“fresser“. Daher ist es wichtig, Anreize dafür zu schaffen. Unsere Fütterung besteht aus insgesamt drei räumlich voneinander getrennten Futterstellen mit mehreren einzelnen Futterplätzen. Diese bestehen aus:

  • Heu to go mit Futtertonnen
  • Unterstand mit Heukisten mit Lochplatten und Wand-Heunetzen
  • Überdachte XXL-Raufe
  • Bei gutem Wetter weitere Futterplätze ohne Witterungsschutz auf dem Trail verteilt mit Heusäcken/Heutoys für noch mehr Bewegungsanreize

 

Alle Einrichtungen ermöglichen den Pferden in der Gemeinschaft zu fressen.

Das Futterangebot ist bewusst so unterschiedlich gewählt, damit die Pferde nicht dauerhaft in derselben ungesunden Fresshaltung verbringen müssen. Eine bodennahe optimale Fütterung ist leider aus hygienischen und wirtschaftlichen Gründen (Vertritt, vollkoten und –urinieren und wildem verteilen) nicht immer umsetzbar. Somit haben wir uns für diesen, wie wir finden, guten Kompromiss entschieden. Gefangenschaft ist und bleibt leider unnatürlich, so sehr man sich auch bemüht und anstrengt, alles optimal zu machen, perfekt kann es eben nur die Natur.

Pferde sind Raufutterfresser. Sie sind Rohfaserverwerter. Hierzu zählen im Einzelnen: Heu, Stroh, Äste, Zweige, Laub und Moos. Raufutter sollte immer zur Verfügung stehen. 24/7 Heu ist nicht zwingend erforderlich. Wir setzen auf eine Fütterung mit Heu und Stroh als Grundnahrungsmittel. Äste, Zweige, Büsche, Bäume stehen am Trail entlang und können von den Pferden nach Bedarf selbständig gefressen werden. Natürlich alles ungiftige Pflanzen.

Wir haben uns bewusst für den Einsatz von Slowfeedern entschieden, da die Pferde so längere Zeit mit der Futteraufnahme beschäftigt sind und trotzdem genügend fressen und gut ans Futter  herankommen. Die Maschengrößen sind entsprechend groß gewählt.

Stroh:                                                    Heu:

Weidegang gibt es bei uns jahrezeitlich abgestimmt und je nach Witterung und Aufwuchs. Erst wenn das Gras entsprechend hochgewachsen und in/nach der Blüte ist, dürfen die Pferde auf die Weiden. Wir nehmen Abstand vom Weideauftrieb bereits im April/Mai, wenn das Gras voller Saft und Kraft und Zucker steht. Dies ist kein geeignetes Pferdefutter. Der Weidezugang ist zeitlich limitiert und wird ebenfalls je nach Witterung, Insektenaufkommen und Bewuchs angepasst. Dies beugt Verfettung vor, minimiert das Hufreherisiko und belastet weniger den Verdauungstrakt (Stichwort Kotwasser, Blähungen, Koliken).

Tränke & Trinkverhalten

Unsere beheizte Schwimmer-Selbsttränke animiert die Pferde auch bei kalten Temperaturen und Minusgraden zum trinken, da wir das Wasser dauerhaft bei rd. 12 Grad temperieren. Pferde mögen kein kaltes Wasser. Dazu kommt das es auch für den Magen ungesund ist.

Das Tränkebecken kann von mehreren Seiten und von mehreren Pferden gleichzeitig genutzt werden.

Das Wasser läuft automatisch und in zügiger Geschwindigkeit ein/nach damit die Pferde wie in der Natur aus einer offenen Wasseroberfläche in tiefen Zügen trinken können, ohne erzwungene Pausen.

Um die Tränke herum haben wir uns ganz bewusst für Rundkies entschieden. Zum einen ist dieser auch unproblematisch bei Frost nutzbar, da er nicht gefriert und vor allem Eisfrei ist und somit glättefrei. Der weitere Vorteil ist, die Pferde laufen mehrmals täglich hindurch und sorgen somit für mehr Hufgesundheit (Massageeffekt, natürliche Hufbearbeitung und Abrieb).

Unsere Tränke(n) wird/sind mit Frischwasser gespeist. Diese läuft, wie auch unser hauseigenes Trinkwasser, über die dortige Filter- und Entkalkungsanlage.

Sandkasten

Der Sandkasten mit über 8mx8m lädt zum wälzen, toben, spielen, ruhen und schlafen ein.

Kieskasten

Im Kieskasten 8mx8m kann wie auch im Sandkasten gespielt, getobt, gewälzt, geruht und geschlafen werden.

Der Rundkies hat zudem noch den tollen Effekt das er sich positiv auf die Hufgesundheit auswirkt. Die Pferde laufen mehrmals täglich hindurch.

Pferdetreppe

Die Pferdetreppe wird täglich mehrfach von den Bewohnern genutzt. Gerne stehen sie einfach nur darauf und dehnen und stretchen sich.

Die Treppe kann im Schritt hoch und runter genutzt werden. Außerdem sind die Abstände so gewählt, dass sie auch im Trab oder Galopp genutzt werden kann und auch zum hoch springen bestens geeignet ist. Wurde bereits erfolgreich erprobt. :)

Zudem dient Sie der Förderung der Propriozeption, Geschicklichkeit, Koordination und hilft bei der Entwicklung von Sehnen, Bändern und Muskulatur.

Die Pferde nutzen die Treppe so gerne das sie lieber den „anstrengenderen“ Weg über die Stufen nutzen als den einfachen längeren Weg außen herum.

Lebensräume und naturnahe Landschaftsgestaltung

Totholzhecken und Steinhaufen gehören zu einer naturnahen und ökologischen Landschaftsgestaltung. Zudem bieten Sie Lebensraum für verschiedene Tiere wie z.B. Vögel, Insekten, Bienen, Schmetterlingen, Reptilien, Spinnen, Kleinsäuger uvm. Sie dienen außerdem der Erhaltung und Steigerung der Artenvielfalt. Zudem bieten sie eine Beschäftigungsmöglichkeit und fördern das Erkundungsverhalten der Pferde.

Bepflanzung

Die von uns angepflanzten Bäume und Hecken dienen nicht nur dem Sicht- und Witterungsschutz sondern auch als willkommene Abwechslung auf dem Futterplan. Pferde sind von Natur aus Pflanzenfresser und auf ihren natürlichen Speiseplan gehören Zweige, Äste, Blätter und Laub.

Bäume und Sträucher gehören auch zum Wohlfühlfaktor. Sie beherbergen Vögel und Kleintiere. Leisten Ihren Beitrag zum Klima und der natürlichen Haltung.

Bei uns gibt es:

  • Birke
  • Espe
  • Ulme
  • Linde
  • Pappel
  • Weide(n) (Trauer-, Saal-, Ohr-)
  • Hainbuche
  • Himbeere
  • Brombeere
  • Weißdorn
  • Wildrosen (Hagebutten)
  • Haselnuss

Sattelkammer / Anbindeplatz / Waschplatz / Solarium

2 Regalfächer pro Pferd

Halfterhalter, Hufbock, Ablage-Regal zur Mitnutzung

Abschließbare Fächer für die Equidenpässe

Deckentrockner

Kühlschrank

Toilette/WC

Pferdedusche incl. Warmwasser

Herde & Freundschaft

Als Flucht- und Beutetier leben Pferde in Herden zusammen. Die Gemeinschaft ist essentiell wichtig für sie und bietet Schutz. Sie sind sehr soziale Wesen, die auch Freundschaften knüpfen.

Dazu gehören gemeinsames Spielen, gemeinsames Ruhen und Schlafen, gegenseitige Fellpflege, gegenseitiger Schutz vor Insekten und Witterungseinflüssen, gemeinsames Trinken, gemeinsames Fressen. Nahezu alles wird in Gemeinschaft getan.

Wenn Pferde freiwillig dicht beieinander stehen oder liegen, ist dort ein enges Band der Freundschaft geknüpft

Trainingsmöglichkeiten

Wir sind an die Reitanlage „Im Pferdepark Maifeld“ (Namensnennung/unbezahlte Werbung) angeschlossen.

Es stehen 2 Hallen, 2 Außenplätze und 1 Roundpen/Longierzirkel zur Verfügung. Die Böden werden regelmäßig gewässert und gefahren. Großer Vorteil: Kein Schulbetrieb oder Sperrzeiten! Wetterunabhängiges Training jederzeit möglich! (kl. Halle 40×20, gr. Halle 60×20, Außenplätze jeweils 60×20).

Die Anlage ist fußläufig in 10 Minuten erreichbar. Bis man dort ist und zurück ist das Pferd wunderbar auf- und ab-gewärmt.

Wir kombinieren gute Trainingsmöglichkeiten mit guter und artgerechter Haltung. Was will man mehr :)

Reitplatz:

 

Roundpen:

Galerie/Impressionen

 

Weideflächen

Die Themen Weidemanagement, Weidepflege sowie Wurmbekämpfung, Aufwuchs und Hygiene sind ein großes Thema. Um den Wurmdruck so gering wie möglich zu halten, werden unsere Weiden regelmäßig abgeäppelt. Nach der Saison wird die Weide von einem ortsansässigen Bauern gemulcht, abgezogen und je nach Bedarf gepflegt und gedüngt sowie nachgesät. Geplant ist auch die Wechselbeweidung mit Wiederkäuern wie Ziegen und Schafe, die die Weide auf natürliche Weise pflegen und die eventuell noch verbliebenen Wurmeier aufnehmen. Da Würmer wirtsspezifisch sind, war schon in alten Zeiten (was der Bauer noch wusste) eine Wechselbeweidung gängig, um somit synthetische und chemische Mittel vermeiden zu können. Auch macht dies für den Pflanzenbestand einen erheblichen Unterschied, da jede Tierart andere Vorlieben hat und ein anderes Fressverhalten (Rupfen, Zupfen, Abbeißen, Tiefe des Abfressens) zeigt. Somit wird eine ganzheitliche Nutzung der Fläche garantiert.

Die Aussaat ist ein großes Thema. Ein Großteil der Weiden die heutzutage als Pferdeweiden genutzt werden, waren einmal Kuhweiden. Diese sind für Pferde gänzlich ungeeignet, da diese zumeist mit Hochleistungsgräsern bewachsen sind. Diese sind energiereich, fruktanreich und enthalten viel Eiweiß. Das macht für eine Milchkuh oder eine Kuh, die zur Fleischlieferung dient, Sinn, für Pferde als Steppentiere, die eigentlich naturgemäß ein karges Futterangebot benötigen, jedoch nicht. Wir haben uns daher bewusst für die Aussaat von sogenannten Pferdeweiden (kräuterreich, artenreich, fruktanarm mit ursprünglichen Gräserarten und Leguminosenpflanzen)  entschieden. Diese sind pferdegerecht und bieten eine artgerechte Ernährung. Auch beugen sie der Bildung einer Monokultur vor, welche erhebliche Nachteile mit sich bringen würde.

Die Weidezeiten sind zeitlich begrenzt und werden ja nach Witterung, Temperaturen, Aufwuchs und Jahreszeit gesteuert. Somit kann eine Überweidung (Vertritt und Verbiss) vermieden werden, sowie das zu frühe Anweiden mit noch jungem frischem energiereichem Gras. Überständiges Gras, welches gerade in oder kurz nach der Blüte ist, ist für Pferde am besten geeignet. Eine Weide benötigt außerdem Ruhe- und Regenerationszeiten. Eine Überweidung führt zur Zerstörung des vorhandenen Ökosystems und fördert somit das Wachstum ungeeigneter und sogar teils giftiger Pflanzen. Auch führt eine Überweidung sowie auch zu viel Nässe oder Trockenheit und Frost bei den Gräsern zu Stress. Gestresstes Gras schützt sich, indem es Fruktan aus der Wurzel in die Pflanze abgibt und dort speichert. Fruktan ist ein Kohlenhydrat/Mehrfachzucker, welcher fast ausschließlich aus Fruchtzucker besteht. Dieses sollte Pferden nur in geringen Mengen zugeführt werden. Bei gestresstem Gras kann es auch zu einer Symbiose mit Endophyten kommen. Diese bieten der Pflanze Fraßschutz, Parasitenschutz und Witterungssschutz durch die Steigerung ihrer Widerstandsfähigkeit. Es sind in der Pflanze lebende Pilze, die Mykotoxine bilden können, welche giftig für unsere Pferde sind. Hochleistungsgräser (Weidelgras, Rohrschwingel , Wiesenschwingel) sind oftmals stark besiedelt, aber auch andere Gräserarten können je nach Stresslevel betroffen sein. Daher gilt es dies zu vermeiden.

Vor der Weidesaison im Sommer werden die Weiden gemeinschaftlich nach Giftpflanzen abgegangen.

Weide ist kein Muss. Es besteht auch die Möglichkeit ganz ohne Weidegang (Hufrehe-Pferde oder Stoffwechselproblematische Pferde).

Böden & Untergründe

Wir legen großen Wert auf trockene und saubere Böden. Pferde sind durch Ihre Herkunft (Steppe) nicht an nasse sumpfige Böden angepasst. Dadurch, dass sie Fernwanderwild sind, leben und schlafen sie auch nicht dort, wo sie koten und urinieren. Daher hat die Natur keine Schutzvorkehrungen getroffen, um Hufe und Haarkleid sowie die Atemwege vor Fäulnisbakterien und Schadgasen wie Ammoniak zu schützen.

Wir legen ebenfalls großen Wert auf schlaue abwechslungsreiche Böden mit moderatem Abrieb, die den Hufen in ihrer Entwicklung und Nutzung gut tun. Besonderes Augenmerk liegt auf den Einsinkeböden. Etwas härter Böden zur Abwechslung haben wir ebenfalls verbaut.  So wird gleichzeitig die Propriozeption, Trittsicherheit und Geschicklichkeit geschult und das Gewebe (Sehnen, Bänder, Gelenke) optimal genutzt.

Wir haben ganzjährig, egal wie die Witterung ist, matsch- und schlammfreie Böden!!!

Auch bei Schnee und Frost sind alle Böden rutschfrei in allen Gangarten nutzbar!

Wir haben verbaut:

  • Verfüllte Paddockraster
  • Rasengittersteine
  • Hackschnitzel
  • Gesandeter Kunstrasen
  • Gummimatten
  • Sand
  • Rundkies
  • Lava

Als Abgrenzungen dienen Baumstämme die als Naturhindernisse überwunden werden können, was ebenfalls die Koordination und Geschicklichkeit der Tiere fördert.

Schlafen, Ruhen & Erholung

Pferde liegen in der Natur nicht in geschlossenen Räumen, sondern in der weiten Natur und unter freiem Himmel, am liebsten auf einer Anhöhe. Dort haben sie den besten Überblick und fühlen sich als Fluchttier sicher, da sie im Notfall schnell fliehen können. In der Steppe ist der Boden trocken und weich. Es gibt keine einschränkenden Hindernisse, an denen sie sich verletzen können. Pferde haben daher keinen von der Natur aus vorgesehenen Sicherheitsmechanismus, der sie vor dem Festliegen oder Verkeilen und Anschlagen schützt.

Wir haben unseren Offenstall dahingehend konzipiert, dass dieser nur auf den Witterungsseiten geschlossen ist. So ist eine gute Luftzirkulation gegeben, ohne dass Zugluft entsteht. Außerdem ist so das Liegen auf einer trockenen Fläche gewährleistet. Das Sichtfeld ist so wenig wie möglich eingeschränkt. Der Offenstall befindet sich am oberen Ende, am höchsten Punkt des Grundstückes.

Da Pferde gerne alles gemeinsam tun, muss ausreichend Platz vorhanden sein, dass alle Pferde auch gemeinsam liegen können.

Pferde können im Stehen dösen und ruhen. In den Tiefschlaf gelangen sie jedoch ausschließlich im Liegen in Seitenlage oder in Brustbauchlage mit aufgelegtem Kopf. Die Tiefschlafphase ist überlebenswichtig und von größter Bedeutung. Jedes Pferd, ob ranghoch oder –niedrig muss ausreichend zum Schlafen kommen.

Neben der überdachten Liegefläche bieten wir den Pferden zusätzlich einen Sandkasten und einen Kieskasten im Freien.

Auch die Hackschnitzel auf dem Vorplatz des Offenstalls laden zum hinlegen ein.

Integrations-/Notfallbox(en)

Um die Integration neuer Pferde und das erste Kennenlernen so sicher und stressfrei wie möglich gestalten zu können gibt es im Offenstall zwei integrierte Boxen a 3x5m. Diese bieten dem Neuankömmling und der bestehenden Herde zu jederzeit die Möglichkeit der risikofreien Kontaktaufnahme.

Die Boxen dienen auch im Notfall/Krankheitsfall zur Separierung (Verletzungen, Sehnenschaden, Hufgeschwür, Infektionskrankheiten, nach OP).

Wir haben uns bewusst für zwei nebeneinanderliegende offene Boxen entschieden, damit sollte ein Pferd einmal gezwungen sein einzeln gehalten zu werden, es nie alleine ist, sondern immer einen Nachbarn/Kollegen/Freund bei sich hat, wenn der Rest der Herde auf dem Trail unterwegs ist. Die Boxen sind beide individuell ein- und ausbaubar. Durch die offene Bauweise haben die Pferde immer die Möglichkeit für Sozialkontakt mit Ihren Herdenmitgliedern.

Die Boxen sind mit einer beheizten Selbsttränke ausgestattet.

Die Krankenbox ist so konzipiert das sie auch für den Fall der Fälle (Kolik/nüchtern sein) ohne Einstreu nutzbar ist (Pferdebett & Gummimatten).

Fütterung & Fressverhalten

In der Herde fressen Pferde gerne zusammen. Es muss dennoch auch gewährleistet sein, dass sich die Tiere jederzeit aus dem Weg gehen können. Es müssen genügend Fressplätze für alle Pferde vorhanden sein (Regel: Mehr Fressplätze als Pferde!). So werden Rangeleien zwischen ranghohen und rangniedrigen Tieren vermieden. Konflikte entstehen immer nur bei Ressourcenmangel (zu wenig Futter, Platz/Individualdistanz, Wasser, Schlafplätze, Unterstände etc.). Ansonsten leben Pferde immer friedvoll und harmonisch zusammen.

Magengeschwüre sind heutzutage leider keine Seltenheit. Die Hauptursachen hierfür sind: Zu lange Fresspausen und/oder Stress. Daher gilt es Leerstehzeiten und Dauerstress in jedem Fall zu vermeiden, und das egal ob Ranghoch oder Rangniedrig.

Pferde sind Dauerfutter“sucher“, nicht Dauerfutter“fresser“. Daher ist es wichtig, Anreize dafür zu schaffen. Unsere Fütterung besteht aus insgesamt drei räumlich voneinander getrennten Futterstellen mit mehreren einzelnen Futterplätzen. Diese bestehen aus:

  • Heu to go mit Futtertonnen
  • Unterstand mit Heukisten mit Lochplatten und Wand-Heunetzen
  • Überdachte XXL-Raufe
  • Bei gutem Wetter weitere Futterplätze ohne Witterungsschutz auf dem Trail verteilt mit Heusäcken/Heutoys für noch mehr Bewegungsanreize

Alle Einrichtungen ermöglichen den Pferden in der Gemeinschaft zu fressen.

Das Futterangebot ist bewusst so unterschiedlich gewählt, damit die Pferde nicht dauerhaft in derselben ungesunden Fresshaltung verbringen müssen. Eine bodennahe optimale Fütterung ist leider aus hygienischen und wirtschaftlichen Gründen (Vertritt, vollkoten und –urinieren und wildem verteilen) nicht immer umsetzbar. Somit haben wir uns für diesen, wie wir finden, guten Kompromiss entschieden. Gefangenschaft ist und bleibt leider unnatürlich, so sehr man sich auch bemüht und anstrengt, alles optimal zu machen, perfekt kann es eben nur die Natur.

Pferde sind Raufutterfresser. Sie sind Rohfaserverwerter. Hierzu zählen im Einzelnen: Heu, Stroh, Äste, Zweige, Laub und Moos. Raufutter sollte immer zur Verfügung stehen. 24/7 Heu ist nicht zwingend erforderlich. Wir setzen auf eine Fütterung mit Heu und Stroh als Grundnahrungsmittel. Äste, Zweige, Büsche, Bäume stehen am Trail entlang und können von den Pferden nach Bedarf selbständig gefressen werden. Natürlich alles ungiftige Pflanzen.

Wir haben uns bewusst für den Einsatz von Slowfeedern entschieden, da die Pferde so längere Zeit mit der Futteraufnahme beschäftigt sind und trotzdem genügend fressen und gut ans Futter  herankommen. Die Maschengrößen sind entsprechend groß gewählt.

Stroh & Heu:

Weidegang gibt es bei uns jahrezeitlich abgestimmt und je nach Witterung und Aufwuchs. Erst wenn das Gras entsprechend hochgewachsen und in/nach der Blüte ist, dürfen die Pferde auf die Weiden. Wir nehmen Abstand vom Weideauftrieb bereits im April/Mai, wenn das Gras voller Saft und Kraft und Zucker steht. Dies ist kein geeignetes Pferdefutter. Der Weidezugang ist zeitlich limitiert und wird ebenfalls je nach Witterung, Insektenaufkommen und Bewuchs angepasst. Dies beugt Verfettung vor, minimiert das Hufreherisiko und belastet weniger den Verdauungstrakt (Stichwort Kotwasser, Blähungen, Koliken).

Tränke & Trinkverhalten

Unsere beheizte Schwimmer-Selbsttränke animiert die Pferde auch bei kalten Temperaturen und Minusgraden zum trinken, da wir das Wasser dauerhaft bei rd. 12 Grad temperieren. Pferde mögen kein kaltes Wasser. Dazu kommt das es auch für den Magen ungesund ist.

Das Tränkebecken kann von mehreren Seiten und von mehreren Pferden gleichzeitig genutzt werden.

Das Wasser läuft automatisch und in zügiger Geschwindigkeit ein/nach damit die Pferde wie in der Natur aus einer offenen Wasseroberfläche in tiefen Zügen trinken können, ohne erzwungene Pausen.

Um die Tränke herum haben wir uns ganz bewusst für Rundkies entschieden. Zum einen ist dieser auch unproblematisch bei Frost nutzbar, da er nicht gefriert und vor allem Eisfrei ist und somit glättefrei. Der weitere Vorteil ist, die Pferde laufen mehrmals täglich hindurch und sorgen somit für mehr Hufgesundheit (Massageeffekt, natürliche Hufbearbeitung und Abrieb).

Unsere Tränke(n) wird/sind mit Frischwasser gespeist. Diese läuft, wie auch unser hauseigenes Trinkwasser, über die dortige Filter- und Entkalkungsanlage.

Sandkasten

Der Sandkasten mit über 8mx8m lädt zum wälzen, toben, spielen, ruhen und schlafen ein.

Kieskasten

Im Kieskasten 8mx8m kann wie auch im Sandkasten gespielt, getobt, gewälzt, geruht und geschlafen werden.

Der Rundkies hat zudem noch den tollen Effekt das er sich positiv auf die Hufgesundheit auswirkt. Die Pferde laufen mehrmals täglich hindurch.

Pferdetreppe

Die Pferdetreppe wird täglich mehrfach von den Bewohnern genutzt. Gerne stehen sie einfach nur darauf und dehnen und stretchen sich.

Die Treppe kann im Schritt hoch und runter genutzt werden. Außerdem sind die Abstände so gewählt, dass sie auch im Trab oder Galopp genutzt werden kann und auch zum hoch springen bestens geeignet ist. Wurde bereits erfolgreich erprobt. :)

Zudem dient Sie der Förderung der Propriozeption, Geschicklichkeit, Koordination und hilft bei der Entwicklung von Sehnen, Bändern und Muskulatur.

Die Pferde nutzen die Treppe so gerne das sie lieber den „anstrengenderen“ Weg über die Stufen nutzen als den einfachen längeren Weg außen herum.

Lebensräume und naturnahe Landschaftsgestaltung

Totholzhecken und Steinhaufen gehören zu einer naturnahen und ökologischen Landschaftsgestaltung. Zudem bieten Sie Lebensraum für verschiedene Tiere wie z.B. Vögel, Insekten, Bienen, Schmetterlingen, Reptilien, Spinnen, Kleinsäuger uvm. Sie dienen außerdem der Erhaltung und Steigerung der Artenvielfalt. Zudem bieten sie eine Beschäftigungsmöglichkeit und fördern das Erkundungsverhalten der Pferde.

Bepflanzung

Die von uns angepflanzten Bäume und Hecken dienen nicht nur dem Sicht- und Witterungsschutz sondern auch als willkommene Abwechslung auf dem Futterplan. Pferde sind von Natur aus Pflanzenfresser und auf ihren natürlichen Speiseplan gehören Zweige, Äste, Blätter und Laub.

Bäume und Sträucher gehören auch zum Wohlfühlfaktor. Sie beherbergen Vögel und Kleintiere. Leisten Ihren Beitrag zum Klima und der natürlichen Haltung.

Bei uns gibt es:

  • Birke
  • Espe
  • Ulme
  • Linde
  • Pappel
  • Weide(n) (Trauer-, Saal-, Ohr-)
  • Hainbuche
  • Himbeere
  • Brombeere
  • Weißdorn
  • Wildrosen (Hagebutten)
  • Haselnuss

Sattelkammer / Anbindeplatz / Waschplatz / Solarium

2 Regalfächer pro Pferd

Halfterhalter, Hufbock, Ablage-Regal zur Mitnutzung

Abschließbare Fächer für die Equidenpässe

Deckentrockner

Kühlschrank

Toilette/WC

Pferdedusche incl. Warmwasser

Herde & Freundschaft

Als Flucht- und Beutetier leben Pferde in Herden zusammen. Die Gemeinschaft ist essentiell wichtig für sie und bietet Schutz. Sie sind sehr soziale Wesen, die auch Freundschaften knüpfen.

Dazu gehören gemeinsames Spielen, gemeinsames Ruhen und Schlafen, gegenseitige Fellpflege, gegenseitiger Schutz vor Insekten und Witterungseinflüssen, gemeinsames Trinken, gemeinsames Fressen. Nahezu alles wird in Gemeinschaft getan.

Wenn Pferde freiwillig dicht beieinander stehen oder liegen, ist dort ein enges Band der Freundschaft geknüpft

Trainingsmöglichkeiten

Wir sind an die Reitanlage „Im Pferdepark Maifeld“ (Namensnennung/unbezahlte Werbung) angeschlossen.

Es stehen 2 Hallen, 2 Außenplätze und 1 Roundpen/Longierzirkel zur Verfügung. Die Böden werden regelmäßig gewässert und gefahren. Großer Vorteil: Kein Schulbetrieb oder Sperrzeiten! Wetterunabhängiges Training jederzeit möglich! (kl. Halle 40×20, gr. Halle 60×20, Außenplätze jeweils 60×20).

Die Anlage ist fußläufig in 10 Minuten erreichbar. Bis man dort ist und zurück ist das Pferd wunderbar auf- und ab-gewärmt.

Wir kombinieren gute Trainingsmöglichkeiten mit guter und artgerechter Haltung. Was will man mehr :)

Reitplatz:

Roundpen:

Galerie/Impressionen